Sonntag, 9. März 2008

Back to Thailand oder Fuck Travel Arrangements, Part II

Eigentlich war der Trip back to Thailand folgendermassen geplant: 9.50 Uhr Tuk Tuk Pick Up vom Guesthouse, zum Busbahnhof, wo um 10.00 Uhr der VIP Bus nach Vientianne starten sollte. In Vientianne Tuk Tuk Transfer zur Freundschaftsbruecke, die uns zurueck nach Thailand nach Nong Khai fuehrt. Von dort per Overnight Train (reservierte Betten!) nach Bangkok um 4 Stunden nach Ankunft Air Asia Flug FD 3230 nach Phuket zu erwischen. Alle Tickets am Tag vor der Abreise gekauft und bezahlt. Wie aber schon in Fuck Travel Arrangements High Five erwaehnt: beim Traveln kommt irgendwie immer alles anders als geplant. So war der Pick Up vom Guesthouse um 10.30 Uhr, als wir leicht besorgt nachgefragt haben, ob wir denn nicht unseren Bus verpassen gab es nur ein "No worry, no worry!" zu einem laotischen Laecheln. Tatsaechlich kam dann auch ein Gefaehrt an und nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass es sich nicht um den Pick Up handelt, sondern um den angeblicheln VIP Bus. Na Bravo! Luxus ist was anderes. Beinfreiheit auch. Und Zeugwart hat jetzt einen Bandscheibenschaden!
Aber: wir sind fast puenktlich in Vientianne angekommen. Jetzt galt es den Treffpunkt fuer den Transfer zur Freundschaftsbruecke zu finden, was auch ohne Stadtplan irgendwie gelang, obwohl alle Tuk Tuk-Fahrer sich als wenig kooperativ herausgestellt haben. Naja, also Treffpunkt gefunden, mit nur 45 Minuten Verspaetung abgefahren, an der Freundschaftsbruecke die Ausreiseformalitaeten erledigt. Nun sollten wir bei der Einreise nach Thailand unsere Train Tickets gegen die Voucher eintauschen, die unsere Travel Agency in Vang Vieng uns ausgehaendigt hat. Alle anderen 12 Mitreisenden hatten die gleichen Voucher. Und bekamen Ihre Tickets ausgehaendigt. Nur Gaby & Zeugwart nicht. Um es kurz zu sagen: der miese Verkaeufer hatte unsere Voucher nicht bestaetigt, aber die Kohle dafuer eingesackt. Tja, da standen wir also im Niemandsland zwischen Laos und Thailand. Der Zug, fuer den wir nun haetten neue Tickets kaufen muessen, war leider ausgebucht. Und wir hatten genau 17 Stunden um vom Arsch der Welt nach Bangkok zu kommen, damit wir unseren Flug nicht verpassen.
Bei Gaby & Zeugwart machte sich leichte Unentspanntheit bemerkbar.
Nach einiger Diskussion fand sich ein netter Thai, der sich bereit erklaerte uns fuer den geringen Beitrag von 750 Baht (was ungefaehr EUR 16.00 entspricht) im VIP Bus mit nach Bangkok zu nehmen. Der sollte um 18:30 Uhr abfahren und um 05:00 Uhr in Bangkok auf der Khaosan Road ankommen. Klang perfekt. Hauptsache, wir kommen aus diesem trostlosen Stueck Niemandsland weg und was hilft es, sich aufzuregen, unser Geld bekommen wir ohnehin nicht zurueck. Das hat ja der hinterhaeltige Lao in Vang Vieng eingesackt... Und irgendwie gehoert es wohl auch dazu, in Asien einmal beschissen zu werden.
Aber, schon wieder kam alles anders. Denn wahrscheinlich haben Gaby und ich nach unseren 1.5 Wochen Laos-Trip schon so arm und mitleidserweckend ausgesehen, dass wir fuer den VIP Bus schlussendlich nicht bezahlen mussten, sondern 1. sogar noch Plaetze erster Klasse bekommen haben. Im unteren Teil des Busses, wo man sich ganz hinlegen kann! Und 2. ein kostenloses Essen bekommen haben. Ende gut, alles gut. Und nun gehts auf nach Phuket - see you there, dann gibts auch mal ein paar Fotos...

Fuck Travel Arrangements - High Five! Oder Vang Vieng aus Gabys Sicht

Das grossartige am backpakcen ist, dass man in allerletzter Sekunde (1 Std. vor Abfahrt des Busses, der uns zum naechsten Zielort bringen sollte) einfach alles umwirft und komplett woanders hinfaehrt, ohne zu wissen, was einen da erwartet.
Leider ist uns naemlich die 'Slow Boat Community' derartig ans Herz gewachsen, dass wir mit ihnen nach Vang Vieng gereist sind.

Vang Vieng liegt im Norden von Laos, 6 Stunden hinter Luang Prabang inmitten von riesigen Felsen und DEM puren Dschungel. Im Prinzip kann man in diesem Backpacker-Paradies nix weiter machen ausser trekking, tubing, in jedem Restaurant 'Friends' schauen, feiern und sleeping.
Wir hatten gleich schon einmal ein riesen Glueck mit dem Guesthouse - willkuerlich herausgepickt und gar nicht teuer, zudem noch mit dem schoensten Blick ueber die Berge und die angrenzende Partyinsel mit unzaehligen auf Steelen gebauten Chill-out-Sitzbuden und Haengematte.
Unsere Abende verbrachten wir in der 'Smile Bar'. Buckets in Unmengen (Tiger Whiskey, Red Bull, 7 up) und ca. 200 Menschen, die zu typischen Apres-Ski-Hits ums Feuer tanzen.

Tagsueber waren wir tuben.

Vorweg die schlechte Nachricht. Uns war es leider nicht moeglich die Quietscheenten-Fahrt von Zeugwart im Traktorreifen und Gaby im Gummibeissring anhand von Bildern zu dokumentieren. Dadurch das man sich alle nasenlang gegenseitig ins Wasser schubst und auch eine Dry Bag nicht immer das ist, was sie verspricht, haben wir es von vornherein mit der Kamera gelassen.

Mittags um 12 Uhr ging es also los. Zu zehnt aufs TukTuk und ab gings zum Tubing-Fluss.

Gaby warf sich erst einmal kopfueber und heldenhaft ins Wasser (aus lauter Bloedheit einen Gummireifen zu besteigen).

Gleich zu Beginn drang uns dieses eigenartige Wummern in die Ohren. Nach der ersten Kurve war auch klar warum. Alle 100 Flussmeter gab es Bars mit viel Fluessigem, Partymusik und Jumpinganlagen.

Wir liessen natuerlich keine aus ;-))))) und brauchten fuer 1 km im Endeffekt 8 Stunden. Und als ab 17 Uhr die Sonne hinter den Bergen verschwand, lagen wir immer noch voellig entspannt mit Bierflasche und Sonnenbrille in den Reifen und trieben als Rieseninsel (Fuss an Fuss, Gummi an Gummi, Hand in Hand) gemeinsam ueber den Fluss. Selbst fuer kleine froestelnde Aerschchen schafft Laos Abhilfe. Bauen die Fuechse doch einfach ein riesiges Lagerfeuer am offiziellen letzten Boxenstop auf, was so ziemlich unsere Lebensrettung war.

Dann nur noch ins TukTuk gequetscht , wo sich Gaby als Londonerin vorstellte und ein paar netten, aber voellig zugemushroomten Israelis ein paar Stadttipps gab, obwohl sie da noch nie war.

Fuer gutes Kharma sorgten wir indem wir zu guter letzt noch das TukTuk anschieben mussten, da es sich wegen Ueberfuellung fast seitlich ueberschlug und schliesslich stecken blieb.

Leider mussten wir an diesem Abend erneut unsere Travelplaene aendern. Wir wollten nochmal 'Traekker' fahren und blieben einfach noch eine Nacht.

Kurzzusammenfassung des zweiten Tages anhand einiger Phrasen:
- Hi, I'm Jesus
- Add me on facebook
- Zeugwart! Look! She's doing the Jenny
- I can play the Schnappi song for you
- Damn it! My mushroom cocktail doesn't kick in
- You always get the beautiful girls
- Bye Bye! I think I will miss you

Nur am Rande: Zeugwart und Gaby begannen im Laufe des Tages Englisch miteinander zu sprechen...irgendwie war uns die deutsche Sprache wohl zu anstrengend...haben ziermlich bescheuert geschaut, als wir das realisierten.

Nie wieder Alkohol! We miss Laos!

Vang Vieng oder Fuck Travel Arrangements - High Five!

Wie schon angedeutet, sind Travel-Plaene im Grunde dazu das, geaendert zu werden. So kam es dann auch, dass Gaby und Zeugwart sich von Luang Prabang aus nicht wie geplant in den Overnight Bus nach Vientianne gesetzt haben, sondern kurzerhand mit dem Rest der Slowboat Group nach Vang Vieng gefahren sind. Das liegt zwar auf halber Strecke und eigentlich somit eh auf dem Weg, aber durch den Aufenthalt in Vang Vieng war klar, dass wir den kulturellen Part in Laos Hauptstadt Vientienne canceln muessen. Also: Kultur gegen zwei weitere Tage mit der Slowboat Meute... Zur Begruessung im Paradies der Traveller gab es von einem offensichtlich zugedroehnten Schweden auf die Frage "where are you from" erst mal die Antwort "from the earth!" Ne, is klar oder :-) Also, zu Vang Vieng aber: das ist ein wirklich entspannter Ort, mit dutzenden von Bars, in denen man auf Liegewiesen abhaengen und sich nacheinander alle Friends Staffeln ansehen kann. Wenn man will. Denn viel spannender ist, dass Vang Vieng ein idealer Ausgangspunkt fuer Trekking Touren, Kayaking, Hoehlenwanderungen, Fahrradtouren und TUBING ist! Tubing: man nehme einen alten LKW Reifen, lasse sich damit einen Fluss hinuntertreiben, vorbei an vielen Bars mit Musik und Lagerfeuer und lecker Beer Lao. Heraus kommt eine Fetzengaudi und ein ordentlicher Rausch! Den kann man dann abends in der Smile Bar (eigentlich die Hauptattraktion in V.V. >> 2 grosse Lagerfeuer, Musik, coole Leute, PARTY!) mit dem ein oder anderen Bucket (Eimer mit Tiger Whisky, 7Up und Red Bull fuer 25.000 Kip, was ungefaehr EUR 1.80 entspricht) noch vertiefen und Leute aus aller Herren Laender kennen lernen.
Alles in Allem hatten wir dort bisher fast die beste Zeit. Heute geht es dann wieder weiter, mit etwas Verzoegerung zum eigentlichen Zeitplan :-) Mit dem Bus nach Vientianne, mit dem Nachtzug nach Bangkok, per Flieger nach Phuket und von dort auf irgendeine schoene kleine Insel. Das Ganze ehrlich gesagt etwas wehmuetig, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir haben zwar jetzt den entspannten Teil unserer Reise vor uns, naemlich Sonne, Strand, Meer, Palmen, Tauchen. Aber wir muessen die Slowboat Group zuruecklassen...

The Slowboat Group

In den naechsten Eintraegen werdet Ihr relativ viel ueber die Slowboat Group lesen. Deshalb will ich selbige kurz vorstellen. Die Slowboat Group - alles verrueckte, die sich auf der 2 taegigen Fahrt von Huoi Xai nach Luang Prabang getroffen haben und seitdem zusammen weiter reisen. Das sind neben meiner Wenigkeit und meiner zauberhaften Reisebegleitung Gaby: David, der Saxophonspieler aus Frankreich, Chris(tian) aus Berlin, Yosh aus London, Debra aus Sydney, Chesa die verrueckte aus London, Mark aus Portsmouth, Shaun aus Portsmouth, Thomas der Elbe aus Salzburg.

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